Die folgende Sage spielt am Löschweiher vor dem Gasthaus Zur Haibacher Schweiz, heute Kreuzung Fischergasse - Ankergasse

Das Muhkalb

Jede Elterngeneration hat ihre besonderen Mittel, um die Kinder abends nach Hause zu bringen. In früherer Zeit war es die Warnung vor dem »Muhkalb«, das trödelnde Kinder zu schnellem Heimweg veranlassen sollte. Geschildert wurde das fürchterliche Tier als ein ausgewachsenes Kalb mit dem Riesenkopf einer Kuh, darin zwei feurige Augen glühten. Des Nachts kam es aus Richtung der Dreispitze und hielt sich meist am alten See neben dem Gehöft des Kilian Albert auf. In Haibach selbst soll es aber auch des öfteren zu sehen gewesen sein. Ein ungeheuerliches, schauerliches Gebrüll kündigte stets seine Nähe an.

Nun begab es sich eines Tages, dass ein Trunkenbold namens Jörg, der beim Ankerwirt verkehrte, im Übermut mit seinen Kumpanen eine Wette einging, er würde in dieser Nacht das Untier zur Strecke bringen. Mit einer Axt ausgerüstet ging er das Muhkalb suchen. Seine Zechgenossen blieben an der Tränke stehen. Plötzlich wurde die Nacht, die ruhig und klar war, durch ein schreckliches Gebrüll und die Hilferufe eines Menschen, die nur von Jörg stammen konnten, zerrissen, und voller Angst und mit schlotternden Gliedern rannten alle nach Hause.

Anderntags fand man vom Jörg in der Nähe des ewigen Brunnens nur noch den Hut, und alles deutete darauf hin, dass er das Muhkalb hatte bezwingen wollen, vor Schreck in den Brunnen gefallen war. Alle Versuche, ihn zu finden, waren zwecklos, denn der Brunnen hatte keinen Grund, so dass selbst ein Wiesbaum in der Tiefe verschwand.
. 

Frau Holle  Des Teufels krumme Nase  Der Schäfer vom Findberg  Das Bildstöckchen

Der Schatzgräber auf dem Lufthof  Der Sarg am Krebsloch  Das Muhkalb

Der Dreifaltigkeitssonntag  Die weißen Pferde  Der Bildstock am Stornackerkopf

Die Erscheinung im Schemersgrund  Der eiserne Ring mit dem Kessel

Der feurige Mann  Junker Rainer von Haydebach und die drei Kreuze