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Die folgenden beiden Sagen spielen zwischen der Staatsstraße 2312 (B8) und dem Wendelberg-Steinbruch |
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Frau Holle |
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Wenn man auf der Staatsstraße von
Aschaffenburg gegen Haibach wandert, so kommt man dem Dorf Schweinheim
gegenüber an einem Felddistrikt vorbei, welcher die Bezeichnung
"Bei der Frau Holle" führt. Es ist jetzt dort, und zwar hart
an der Straße rechter Hand, ein großer tiefer Steinbruch in welchem
graue Gneissteine gebrochen werden, die von ungemeiner Härte sind. Vor
dem befand sich dort ein kleines Felseneiland von ungefähr 40 -50 Meter
Länge und Breite. Die Felsen ragten nicht viel über den Wiesenboden
hervor, etwa in Tischhöhe, manche waren höher und manche auch
niederer, aber alle waren auf der oberen Seite ziemlich flach. Auf
diesen Steinen waren überall verschiedener Vertiefung anzusehen, so
ungefähr, als wenn sich eine menschliche Person auf feuchten, weichen
Erdboden setzt und die tief eingedrückten Spuren dann in dem Boden zurück
bleiben. Dabei gewahrte man auch kreisrunde und ovale Spuren, als wenn
diese Person einen Handkorn neben sich und einen Huckenkorb hinter sich
gestellt hätte. An letzterem konnte man sogar die vier Stollen des
Korbes unterscheiden. Ferner konnte man Spuren sehen, die so aussehen,
als wenn sich einer Person der Länge nach rückwärts auf den Stein
gelegt und endlich, besonders auf niederen Steinen, als wenn jemand
diese als Knieschemel benutzt hätte. Als mit dem Steinbrechen begonnen
wurde(, es mögen wohl ungefähr 30 Jahren her sein,) konnte man diese
Vertiefung und Eindrücke auch noch in den darunter liegenden
Gesteinsschichten wahrnehmen. Die Steine waren wie gebogen. Die
Vertiefung waren freilich nicht mehr so scharf ausgeprägt wie auf der
Oberfläche und verschwanden allmählich mit zunehmender Tiefe. Man hätte
meinen können, denn es sah genauso aus, die Steinassen seien noch ganz
weich gewesen, als sich ein menschliches Wesen darauf setzte, sie hätten
den Druck bis in ca. ein Meter tief nachgegeben und sich dann erst erhärtet. Einer alten Sagen nach berührten diese Spuren von der Frau Holle her, die hier ihren Ruheplatz hatte. Von der Frau Holle erzählte man sich früher gar mancherlei Sagen und Geschichten. Sie tritt darin auf als alte Hausiererin, die ihre Waren in einem Handkorb und einem Huckenkorb bei sich trug. Sie war mit geheimnisvollen Kräften und Fähigkeiten ausgestaltet. Den Armen und Hilfsdürftigen stand sie gerne bei, die Bösen und Hartherzigen bestrafte sie. So kam sie einst gegen Abend zu einer
wohlhabenden Bäuerin und bot ihre Waren an mit der dringenden Bitte ihr
doch eine Kleinigkeit zu kaufen, weil ihr zum Nachtquartiere noch
einiges Geld fehle. Die Frau wies sie hartherzig ab mit der kränkenden
Bemerkungen, dass man solch rumziehendes Gesindel nicht unterstützen dürfe.
Frau Holle wandte sich zum Gehen und sprach: "Die paar Heller hätten euch auch nicht arm gemacht. Aber
ehe neun Tage vergehen, sollt auch ihr erfahren, wie hart es ist, kein
Obdach zu haben. Ihre Worte gingen in Erfüllung. Wenige Tage darauf
ging die gefühllos Bäuerin in die Stadt, um Einkäufe zu besorgen. Auf
dem Heimweh fing es bereits zu Dunkeln an und sie geriet in ein kleines
Gehölz, das an ihrem Weg vorbei führte. Sie konnte sich nicht mehr
zurechtfinden und irrte die ganze Nacht in dem kleinen Wäldchen umher
bis sie schließlich vor Ermattung todesmüde nieder sank. Ihrer Angehörigen suchten sie überall
und fanden sie am zweiten Tag in niederem Gesträuch nahe am Wege,
nachdem sie also einen Nacht den folgenden Tag und eine zweite Nacht
ohne Obdach im Freien zugebracht hatte. Die Frau war so erschöpft, dass
sie sich nicht erheben, ja nicht einmal ein Wort sprechen konnte. Nach
Hause gebracht, bedurfte sie mehrere Tage der Ruhe, bis sie sich von der
ausgestanden Angst wieder erholt hatte. Sie erzählte dann, sie hätte
die Leute vorbei gehen hören, jedoch nicht mehr die Kraft besessen zu
rufen oder sich sonst bemerkbar zu machen. Von dieser Zeit an war die Bäuerin
wie umgewandelt und wies nie mehr einen Notleidenden oder Hilfesuchenden
von der Türe. Nach
anderen Erzählungen war Frau Holle eine Art Göttin, die in lichter
Gestalt an der Spitze eines großen Gefolges des Nachts durch die Lande
zog. Einst ging ein Mann nach vollbrachtem Tagwerk zu einer etwas
entfernt liegenden Mühle, um sich dort einen Stummel Mehl zum Brot backen zu holen. Er war jedenfalls arm, denn sonst hätte
er keinen Sack Mehl auf seinen Schultern heim zu tragen brauchen. In der
Mühle hielt er sich etwas lange auf, und es war schon ziemlich spät,
als er mit seiner Last den Rückweg antrat. Nachdem er ein Stück des
Weges gegangen war, sah er auf einmal einen gespenstischen Zug vor sich.
Dies war die Frau Holle, die mit ihrem Gefolge nahe an ihm vorbei zog.
Unser Mann war kein Feigling. Er stand in Achtung still, zog seine Mütze,
grüßte Frau Holle ehrerbietig indem er sprach: "Grüß
dich Gott Frau Hull mit deinem ganzen Gezull! " Frau Holle dankte
huldvoll indem sie erwiderte: "Grüß dich Gott, Mann mit deinem
Sack, dei Frau soll's ganze Jahr draus back! " Dann zog sie mit
ihren ganzen Gefolge weiter. Der Mann trug sein Mehl ruhig nach Hause
und es ward wie gut geheißen. Der Mehlsack wurden nie leer, so oft
seine Frau Brot gebacken hatte war er sogleich wieder von selbst voll
und so ein ganzes Jahre hindurch. |
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Frau Holle Des Teufels krumme Nase Der Schäfer vom Findberg Das Bildstöckchen
Der Schatzgräber auf dem Lufthof Der Sarg am Krebsloch Das Muhkalb
Der Dreifaltigkeitssonntag Die weißen Pferde Der Bildstock am Stornackerkopf
Die Erscheinung im Schemersgrund Der eiserne Ring mit dem Kessel
Der feurige Mann Junker Rainer von Haydebach und die drei Kreuze